Lüftungsgeräte für ein 74stöckiges Wohnhaus
Das Karlatornet in Göteborg, Schweden, ist das höchste Wohngebäude in der Europäischen Union und bietet einen fantastischen Blick über das Meer und die Stadt. Die Anforderungen an die Gebäudetechnik und das Raumklima entsprachen der Besonderheit des Projekts – ein 245 Meter hohes Gebäude birgt einige ungewöhnliche Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Raumnutzung und der Logistik der technischen Geräte. Die ausgewählten Produkte und die Lösung als Ganzes sind genau auf das Gebäude abgestimmt.
So fing alles an
Lindholmen liegt nördlich des Stadtzentrums von Göteborg und war einst für seine zahlreichen Werften und Industriebetriebe bekannt. Das Gebiet erlebte Mitte der 1990er Jahre einen Wandel, als Schulen entstanden, Technologieunternehmen sich ansiedelten und ein Wissenschaftspark errichtet wurde. Es folgte ein langwieriger Bauprozess, in dessen Verlauf Wohngebäude, Hotels und andere Einrichtungen entstanden.
Anfang der 2000er Jahre erwarb das Göteborger Immobilienunternehmen Serneke ein 1,2 Hektar großes Gelände und plante dessen Entwicklung als „Karlastaden“. Ihr bekanntestes und ehrgeizigstes Projekt in diesem Gebiet wurde das Karlatornet, ein 74-stöckiges, 245 m hohes Gebäude, das alle anderen Bauwerke in Lindholmen und sogar die meisten in Europa überragt. Das Karlatornet wurde in erster Linie als Wohngebäude mit mehr als 600 Wohnungen errichtet, beherbergt in dem Wolkenkratzer jedoch auch Restaurants, kleine Läden, Büros und ein Besucherzentrum in der obersten Etage. Eine beeindruckende Bereicherung für die Skyline von Göteborg!
Eine dezentrale Lüftungslösung
Nach zehnjähriger Projektvorbereitung ging es in die konkrete Bauplanung und Erarbeitung der Systemlösung zur Belüftung.
Bei Swegon stellten wir ein Team aus hochqualifizierten und erfahrenen Kollegen zusammen, die gemeinsam daran arbeiteten, dem Projekt Antworten und Empfehlungen zu möglichen und Lösungen für das Raumklima zu liefern. Aufgrund der für das Gebäude festgelegten Lüftungsanforderungen entschieden wir schließlich, eine dezentrale Lösung vorzuschlagen, bei der Lüftungsgeräte strategisch auf jeder fünften Etage im gesamten Gebäude positioniert wurden. Eine Lösung, die auf Begeisterung stieß und die schließlich zur endgültigen Lösung für den nun fertiggestellten Wolkenkratzer wurde.
Ein beeindruckendes Gebäude
Kommen wir noch einmal auf die Tatsache zurück, dass das Karlatornet 74 Stockwerke und 245 m hoch ist – aus globaler Perspektive vielleicht nicht besonders beeindruckend, aber eine unglaubliche Bereicherung für die Skyline von Göteborg!
Hören Sie unseren Experten Lars Svensson, Technischer Berater bei Swegon Sverige AB, wie er seine Gedanken zu unserer wirklich spannenden Arbeit am Karlatornet teilt. Hören Sie seine Kommentare zu den Herausforderungen dieses Projekts und seine Gedanken zu unserer erstklassigen Leistung.
Mehr als ein spektakuläres Gebäude
Das 74-stöckige Karlatornet bietet Wohnraum für fast 2.000 Menschen. In einem Gebäude dieser Größe und Nutzung spielt eine bedarfsgerechte Lüftung eine wichtige Rolle, um eine gute Raumluftqualität und ein angenehmes Raumklima sicherzustellen. Denn auch wenn gute Luftqualität oft als Schlüssel für die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder in der Schule angesehen wird, ist eine gute Luftqualität auch und gerade in Wohnräumen ebenso wichtig.
Lüftungsgeräte für ein besonderes Projekt
Die Lüftungsgeräte für dieses Projekt waren trotz der außergewöhnlichen Eigenschaften des Gebäudes recht gewöhnlich. Unsere GOLD RX-Lüftungsgeräte verfügen serienmäßig über integrierte Steuerungen, und unsere Standardgrößen erfüllten die festgelegten Anforderungen an das Raumklima im Karlatornet. Die Rotoren sind epoxidbeschichtet, um der salzhaltigen und feuchten Außenluft an der schwedischen Westküste standzuhalten.
Die Wohnungen im Karlatornet sind auf vier Wohnungsgenossenschaften aufgeteilt, und alle haben sich für dieselbe Lüftungslösung von Swegon entschieden. Daher wurden insgesamt 19 GOLD-Lüftungsgeräte verschiedener Größen, beginnend mit dem kleinsten Modell 008, für das Projekt geliefert. Darüber hinaus wurden zwei größere Geräte benötigt, um einige größere Wohnungen sowie die Besucherbereiche in den obersten Stockwerken zu versorgen. Diese mussten speziell angefertigt werden, da der große Rotor in Einzelteilen geliefert werden musste.
Erfahren Sie mehr über epoxidharzbehandelte Rotoren
Mehr zu GOLD
Warum eine dezentrale Lösung?
Die Größe der Luftkanäle kann sich auf die Miete auswirken
Lüftungsgeräte beanspruchen Stellfläche und wirken sich unabhängig von ihrem Aufstellungsort auf die Gebäudekonstruktion aus. Bei einer Planung im Keller müssen möglicherweise separate Untergeschosse errichtet werden, und bei einer Planung auf dem Dach muss die gesamte Konstruktion so ausgelegt werden, dass sie das Gewicht tragen kann, was in jedem Fall Kosten während des Bauprozesses verursacht.
Werden die Anlagen stattdessen in speziellen Techniketagen innerhalb des Gebäudes vorgesehen, entsteht ein offensichtlicher Kostenfaktor durch den potenziellen Verlust an vermietbarer Fläche. Gleiches gilt für eine dezentrale Lösung, bei der die Anlagen auf verschiedene Etagen im gesamten Gebäude verteilt sind. Sieht man jedoch über die Anlagen selbst hinaus, so erfordert eine dezentrale Lösung ein deutlich kleineres Rohrleitungsnetz, wodurch mehr Fläche für die Vermietung zur Verfügung steht.